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Tai Chi
Taoismus als der Hintergrund
Übungen zur Gesunderhaltung, Meditation und Selbstverteidigung wurden im chinesischen Kulturraum schon lange vor der christlichen Zeitrechnung praktiziert. Dies hat zu einem reichen Wissen über Gegebenheiten und Gesetzmäßigkeiten geführt, die den Menschen und das Leben allgemein bestimmen. Kennzeichnend für taoistische Übungen ist der Bezug auf den feinstöfflichen Wesensbereich des Menschen. Diesem aus feinstöfflicher Energie gleichsam gebildeten Wesensbereich werden Energiezentren (Tan Tien) und Energieverlaufsbahnen, den Leitbahnen, zugeordnet. Aus taoistischer Sicht stellt dieser Bereich ein Bindeglied zwischen Körperlichem und Geistig-Seelischem dar. Er vermittelt eine spirituelle Anlage. Durch Übungen, die sich mit bestimmten Körperhaltungen, Bewegungen, Atmung, Entspannung und geistiger Konzentration verbinden, kann auf ihn eingewirkt werden. Die Energie selbst und die Zentren lassen sich entwickeln, die Energieverlaufsbahnen - Leitbahnen - aktivieren bzw. „öffen“ etc.
Tai Chi, als taostsiches Übungssystem, beinhaltet eine dahingehend ausgerichtetes Üben. Über Entwicklungen im feinstöfflichen Wesensbereich wirkt es positiv auf die körperliche und geistig-seelische Gesundheit ein. Es macht die „wahre Natur“ des Menschen zugänglich und führt zu dem höchsten Ziel taoistischer Übungen, dem Einklang oder Einswerden mit dem Tao. Entwicklungen im feinstöfflichen Wesensbereich sind auch grundlegend für eine Selbstverteidigung im Sinne des Tai Chi. Sie erklären den gleichzeitigen Bezug des Tai Chi auf die drei Aspekte Gesundheit, Meditation und Selbstverteidigung.
Der taoistische Hintergrund des Tai Chi wird des weiteren über klassische Schriften vermittelt. Die dort niedergelegten Prinzipien stellen Regeln dar, die den Aufbau und die Ausführung der Übungen bestimmen. Sie beziehen sich auf Inhalte und Werte, die für die taoistische Spiritualität zentrale Bedeutung haben: Entwicklung der Mitte (Zentriertheit), Bezug auf Wesentliches, Yin-Yang-Prinzip, Natürlichkeit, Folgen, Loslassen, Sich-selbst-zurücknehmen, absichtsloses Tun, usw. Faszinierend ist am Tai Chi - sowohl am Tai Chi Chuan als auch an seiner Schwertkunst -, wie diese Werte in Bewegung sübungen Eingang gefunden haben: Ihr Zusammenspiel verstärkt die positiven Wirkungen, die sich mit jedem einzelnen Grundsatz verbinden; das, was die Prinzipien im „Äußeren“, also durch die Gestalt der Übungen und der Bewegungsweise vorgeben, ist immer auch im Hinblick auf eine innere Entwicklung wirksam.
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