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Tai Chi
Die Geschichte unseres Tai Chi
Das taoistische Übungssystem Tai Chi hat eine etwa 1000-jährige Tradition. Von seinen legendären Begründern sind die so genannten Grundstellungen und Regeln, die die Übungsweise betreffen, überliefert. Die ersten bekannt gewordenen Stile sind der Chen-Stil (Begründer Chen Wan-Ting, 1587-1664) und der aus ihm entwickelte Yang-Stil (Begründer Yang Lu-Ch'an, 1799-1872). Die Stile sind in der Regel nach den Familiennamen der Begründer benannt; oft haben Familientraditionen über Generationen einen Stil geprägt. Erst mit der Entwicklung des Yang-Stils, dessen Ziel es u.a. ist, Tai Chi wieder an den alten taoistischen Prinzipien auszurichten - wie beispielsweise gesundheitlichen Aspekten - konnte sich Tai Chi in China weit verbreiten. Seit dieser Zeit kam es zur Gründung von einer Vielzahl von Stilen.
Philosophie
Das Tai Chi in unserer Schule basiert im wesentlichen auf dem Yang-Stil. Es steht in der Tradition einer alten Kampfkunst, die zu den „weichen" Stilen des chinesischen Kungfu (Neijia) zählt.
Die besonderen Charakteristika dieses Stils sind die fließenden und entspannenden Bewegungen, die für Ausgeglichenheit und Vitailtät sorgen. Mit diesem Erscheinungsbild der meist sehr langsam ausgeführten Bewegungen, ist Tai Chi auf der ganzen Welt bekannt geworden. Inzwischen wird es bei verschiedenen chronischen Erkrankungen empfohlen oder einfach zur Steigerung von Vitalität und Gesundheit praktiziert. Dieser gesundheitliche Aspekt spielt auch im Tai Chi des Butokukai eine wichtige Rolle. Untermauert wird er durch ausführliche Übungen zur Haltungsschule, vor allem für den Rücken, Atemtechniken und Übungen zum Entspannen und Loslassen. Besonders das Loslassen gewinnt in der Übung schnell eine weit tiefere Bedeutung als die rein körperliche. Denn Tai Chi ist auch in seiner gesundheitsbetonten Ausführung ein Weg, der vor allem der inneren Übung bedarf. Deshalb ist bei derartigen meditativen Techniken eine „wahre" Selbstbetrachtung unerlässlich. Tai Chi ist eine Meditation in Bewegung. Stets ist auch der körperliche Aspekt sehr wichtig und schult die Feinmotorik und Sensibilität. Innerhalb des Butokukai wird viel Wert auf die Verbindung mit der Traditionellen Chinesischen Medizin gelegt, die viele Hinweise auf die korrekte Ausführung und die Wirkung der Bewegungsabläufe gibt. Aus diesem Grund spielen auch energetische Übungen (Kultivierung des Chi) im Butokukai eine große Rolle.
Tai Chi als Selbstverteidigung
Neben meditativen Aspekten ist die Übung des Tai Chi Chuan auch als traditionelle Kampfkunst zu sehen, die verschiedene Techniken der Kraftentwicklung und Selbstverteidigung vermittelt. Im Gegensatz zu vielen anderen Schulen beinhalten die Anwendungsübungen weit mehr als nur die Tui Shou ("Schiebende Hände" - eine Form der Partnerübung), sondern beinhalten eine Vielzahl an Angriffs- und Abwehrtechniken auf naher und weiter Distanz.
Tai Chi Chuan als Weg ist eine Lebensphilosophie, die unter Anleitung kompetenter Lehrer erlernt werden kann. Trotz zahlreicher Literatur, gibt es heute nur wenige Lehrer, die zu solcher Anleitung in der Lage bzw. bereit sind.
Das Tai Chi im Butokukai
Im Butokukai gehört eine individuelle Anleitung zum Weg - sofern die Schülerin oder der Schüler sie wünscht - dazu. Obwohl die Techniken, Formen und deren intensives Studium enorm wichtig sind, liegt der Schwerpunkt nicht auf der Quantität, sondern der Qualität der Übung. Nicht das Auswendiglernen von Bewegungsabläufen steht im Vordergrund, sondern deren Vertiefung, Verinnerlichung und Umsetzung bis in tiefste Bereiche der Individualität und des Menschseins. Als Basis dafür werden im Butokukai das menschliche Miteinander, Freundschaft und beständiges Bemühen von Lehrer und Schüler angesehen. Dabei bestimmt immer der Schüler, durch sein Verhalten und sein Bemühen, wie weit der Lehrer ihn auf dem Weg des Tai Chi Chuan begleitet.
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